In dieser Kategorie werden alle bauhistorischen und restauratorischen Befunde des Schlosses systematisch dokumentiert. Dazu zählen sowohl konstruktive Elemente als auch Ausstattungsreste wie Putze, Farbfassungen oder Tapeten. Die Zusammenführung dieser Befunde dient der Rekonstruktion der Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses.
Die Entwicklung der Wandbekleidungen im Schloss Angern vom barocken Neubau in den 1730er Jahren bis zur archivalisch belegten Umgestaltung um 1845 lässt sich auf außergewöhnlich dichte Weise aus schriftlichen Quellen und materiellen Befunden rekonstruieren. Dabei zeigt sich keine lineare, sondern eine mehrphasige Entwicklung, in der sich technische Innovation, ökonomische Erwägungen und modische Veränderungen überlagern. Die Tapetenfunde aus Angern dokumentieren nicht nur den Wandel von Textil zu Papier, sondern auch die Ablösung handwerklicher Drucktechniken durch industrielle Herstellungsverfahren.
Die Untersuchung der Wandbekleidungen im Schloss Angern eröffnet einen zentralen Zugang zur Rekonstruktion barocker Innenraumgestaltung und ihrer späteren Veränderungen. Auf Grundlage des Generalinventars von 1752 sowie der erhaltenen materiellen Befunde lässt sich die Entwicklung der Wandfassungen außergewöhnlich präzise nachvollziehen. Besonders hervorzuheben ist dabei die klare Unterscheidbarkeit zwischen der ursprünglichen textilen Ausstattung des Schlosses und den späteren papiernen Überarbeitungen. Diese Differenz ermöglicht nicht nur eine sichere zeitliche Einordnung einzelner Befunde, sondern erlaubt zugleich grundlegende Aussagen zum Wandel der Wohnkultur vom barocken Repräsentationsraum hin zu flexibleren, modisch geprägten Innenausstattungen der zweiten Hälfte des 18. und des 19. Jahrhunderts.
Der vorliegende Befund umfasst mehrere Fragmente einer textilen Wandbekleidung, die im Bereich des Gartensaals im Erdgeschoss des Schlosses Angern geborgen wurden. Die Fragmente sind unterschiedlich groß, unregelmäßig ausgebrochen und weisen deutliche Alterungs- und Substanzverluste auf. Charakteristisch sind Faserauflösungen, Ausdünnungen des Gewebes sowie partielle Ablösungen der Fassungsschichten.
Der vorliegende Befund umfasst ein Fragment einer textilen Wandbekleidung, das im Bereich eines Appartements links des Gartensaals des Schlosses Angern geborgen wurde. Das Fragment ist unregelmäßig ausgebrochen und stark fragmentiert. Es zeigt ausgeprägte Alterungs- und Zersetzungserscheinungen, darunter Faserzerfall, Materialverluste, Delamination sowie oberflächliche Verschmutzungen und mineralische Verkrustungen.
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein Fragment einer Wandtapete, das auf einem dunklen Hintergrund freigestellt dokumentiert ist. Das Fragment ist langgestreckt und unregelmäßig ausgebrochen. Es weist erhebliche Alterungs- und Zersetzungserscheinungen auf, darunter Materialverluste, Randzerfall, Delamination sowie oberflächliche Verkrustungen und Verschmutzungen.
Abb. 1: Fragment einer frühen PapiertapeteBei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein Fragment einer papiernen Wandbekleidung, das vermutlich von einem mineralischen Untergrund (Kalkputz) abgelöst wurde. Das Fragment ist unregelmäßig geformt und weist deutliche Alterungs- und Zersetzungserscheinungen auf. Charakteristisch sind Materialverluste, Ausbrüche an den Rändern, Schichtablösungen sowie eine stark veränderte Oberflächenstruktur.