Jungsteinzeit
Die Entstehung des Ortes Angern ist durch schriftliche Quellen nicht überliefert. Archäologische Funde belegen jedoch, dass die Umgebung bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war. Damit gehört das Gebiet zu den seit Jahrtausenden genutzten Siedlungsräumen der Elbe-Ohre-Region.
Für die Frühgeschichte des Ortes liegen nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Wiederholt wurde vermutet, dass der Ortsname mit den Angeln, einem nordseegermanischen Stamm, in Verbindung stehen könnte. Für eine solche Herleitung existieren jedoch keine eindeutigen Belege, sodass sie in den Bereich der historischen Namensdeutung gehört.
Wahrscheinlicher erscheint eine Ableitung des Ortsnamens von „Anger“, einer althochdeutschen Bezeichnung für eine gemeinschaftlich genutzte Wiese oder Dorfweide. Auch andere Ortsnamen der Umgebung spiegeln ältere Siedlungs- und Bevölkerungsverhältnisse wider. So wird der Name Wenddorf allgemein mit der slawischen Besiedlung der Region in Verbindung gebracht.
Unabhängig von der Herkunft des Ortsnamens sprechen die frühe Erwähnung der Herren von Angern im 12. Jahrhundert sowie die Hinweise auf ältere Befestigungen innerhalb der späteren Burganlage dafür, dass sich in Angern bereits vor dem Ausbau der erzbischöflichen Burg im 14. Jahrhundert ein lokaler Herrschafts- und Siedlungsmittelpunkt entwickelt hatte.