Von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter

Die Geschichte Angerns reicht weit über die erste schriftliche Überlieferung hinaus. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung der Region bereits in der Jungsteinzeit. Über Jahrtausende hinweg boten die Niederungen von Elbe, Ohre und Tanger günstige Voraussetzungen für menschliche Siedlungen.

Für die Zeit bis zum 11. Jahrhundert liegen keine gesicherten Nachrichten über den Ort selbst vor. Dennoch prägten germanische, später slawische und schließlich frühmittelalterliche Siedler die Landschaft. Die Entwicklung dieser frühen Siedlungsräume bildete die Grundlage für die Entstehung des späteren Ortes Angern und seines Herrschaftssitzes.

Jungsteinzeit

Die Entstehung des Ortes Angern ist durch schriftliche Quellen nicht überliefert. Archäologische Funde belegen jedoch, dass die Umgebung bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war. Damit gehört das Gebiet zu den seit Jahrtausenden genutzten Siedlungsräumen der Elbe-Ohre-Region.

Für die Frühgeschichte des Ortes liegen nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Wiederholt wurde vermutet, dass der Ortsname mit den Angeln, einem nordseegermanischen Stamm, in Verbindung stehen könnte. Für eine solche Herleitung existieren jedoch keine eindeutigen Belege, sodass sie in den Bereich der historischen Namensdeutung gehört.

Wahrscheinlicher erscheint eine Ableitung des Ortsnamens von „Anger“, einer althochdeutschen Bezeichnung für eine gemeinschaftlich genutzte Wiese oder Dorfweide. Auch andere Ortsnamen der Umgebung spiegeln ältere Siedlungs- und Bevölkerungsverhältnisse wider. So wird der Name Wenddorf allgemein mit der slawischen Besiedlung der Region in Verbindung gebracht.

Unabhängig von der Herkunft des Ortsnamens sprechen die frühe Erwähnung der Herren von Angern im 12. Jahrhundert sowie die Hinweise auf ältere Befestigungen innerhalb der späteren Burganlage dafür, dass sich in Angern bereits vor dem Ausbau der erzbischöflichen Burg im 14. Jahrhundert ein lokaler Herrschafts- und Siedlungsmittelpunkt entwickelt hatte.

Jahr 0

Für die Zeit um die Zeitenwende war die Landschaft der heutigen Altmark von ausgedehnten Wäldern, Feuchtgebieten und Flussniederungen geprägt. Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass große Teile der Region deutlich stärker bewaldet waren als heute. In den Wäldern lebten Tierarten wie Auerochsen, Braunbären, Wölfe und Rotwild. Die Flusslandschaften von Elbe, Ohre und Tanger bildeten natürliche Lebensräume und wichtige Verkehrsachsen.

Während der römischen Kaiserzeit war das Gebiet der heutigen Altmark von verschiedenen germanischen Gruppen besiedelt. Archäologische Funde werden häufig den Langobarden zugeschrieben, die im ersten nachchristlichen Jahrhundert in Teilen der mittleren Elberegion nachweisbar sin