Lernen Sie unsere drei Forstreviere in der Colbitz-Letzlinger Heide, ihre Standorte und ihre Bewirtschaftung kennen.

Drei Reviere in der Colbitz-Letzlinger Heide
Ellersell, Krepe und Bucktum verbinden forstliche Nutzung mit dem Schutz vielfältiger Lebensräume. Trockene Waldflächen wechseln sich mit grundwassernahen Standorten und Feuchtbereichen ab.
Das Klima ist kontinental geprägt. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei etwa 8,8 °C, der Jahresniederschlag bei rund 520–550 mm. In dieser vergleichsweise trockenen Region sind Feuchtgebiete und ein stabiler Wasserhaushalt besonders wichtig.
Forst Bucktum
Bucktum liegt südwestlich von Mahlwinkel im Landkreis Börde, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Magdeburg. Der Forst gehört zum Wuchsbezirk Colbitzer Platte und umfasst rund 180 Hektar. Viele Flächen werden vom Grundwasser beeinflusst.
Feuchtwälder und Schutzgebiet
Das Gebiet ist Bestandteil des FFH-Gebiets „Erlen-Eschenwald westlich Mahlwinkel“ (DE 3636-302) und damit Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks.
Entlang des Mahlwinkeler Tanger prägen grundwassernahe und zeitweise überstaute Flächen den Wald. Sandige und kiesige Böden wechseln sich mit anmoorigen Bereichen ab.
Besonders wichtig sind die Lebensraumtypen 91E0* – Erlen-Eschen-Auenwälder und 9160 – Stieleichen-Hainbuchenwälder.
Pflanzen und Tiere
Schwarz-Erle, Gemeine Esche, Moor-Birke, Stieleiche und Hainbuche prägen den Baumbestand. Die Esche ist durch das Eschentriebsterben zunehmend gefährdet.
In der Strauch- und Krautschicht wachsen unter anderem Schwarzer Holunder, Hasel, Ufer-Segge, Sumpf-Reitgras und Wald-Engelwurz.
Fischotter (Lutra lutra), Kammmolch (Triturus cristatus) und Fledermausarten wie die Fransenfledermaus finden hier geeignete Lebensräume.
Wasserhaushalt und Waldpflege
Der Managementplan setzt auf naturnahe Bewirtschaftung ohne großflächige Eingriffe. Dazu gehören passende Baumarten, der Erhalt von Alt- und Totholz sowie ein stabiler Wasserhaushalt.
Gewässer sollen möglichst naturnahe Strukturen behalten oder zurückerhalten und für Tiere durchgängig sein. Historische Landschaftsformen weisen darauf hin, dass Teile des Gebiets früher stärker vernässt waren.
Geschichte von Wenddorf und Bucktum
Wenddorf war ursprünglich eine wendische Siedlung und wurde im Zuge der deutschen Ostsiedlung neu erschlossen. Urkunden aus dem 15. Jahrhundert nennen umliegende Wälder, darunter das „Holz dy Bugdung“ (Buctum).
Seit 1448 gehörte Wenddorf als erzbischöfliches Lehen der Familie von der Schulenburg.
Mehr zum Schutzgebiet
- Offizielle Gebietsbeschreibung des Landes Sachsen-Anhalt: Natura-2000 Steckbrief öffnen
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): BfN-Gebietsseite öffnen
- Wikipedia-Übersicht mit Beschreibung und Schutzstatus: Wikipedia-Eintrag öffnen
Forst Ellersell
Ellersell liegt im Landkreis Börde, etwa 26 Kilometer nördlich von Magdeburg. Es gehört zum Wuchsgebiet Mittleres Nordostdeutsches Altmoränenland und liegt 50 bis 80 Meter über NN.
Eiszeitliche Sande und Kiese prägen die Böden. Die Standortdaten zeigen:
- etwa 72 Prozent mäßig nährstoffhaltige, mittelfrische Flächen,
- etwa 19 Prozent trockene, nährstoffarme Böden,
- rund 5 Prozent mineralische Nassstandorte.
Zu den wichtigsten Baumarten zählen Kiefer (Pinus sylvestris), Stieleiche (Quercus robur), Traubeneiche (Quercus petraea) und Winterlinde (Tilia cordata).
Rehwild ist weit verbreitet, Schwarzwild kommt in hoher Dichte vor. Rotwild nutzt das Gebiet vor allem als Wechselwild, hält sich also nicht dauerhaft dort auf.
Forst Krepe
Krepe grenzt unmittelbar an Ellersell. Trockene Waldflächen, feuchte Senken und kleinere Gewässer bilden ein abwechslungsreiches Mosaik von Lebensräumen.
Neben Kiefern wachsen Stieleichen, Linden, Rotbuchen (Fagus sylvatica), Birken (Betula pendula) und Erlen (Alnus glutinosa). In tiefer gelegenen Bereichen entstehen Feuchtwaldstrukturen.
Der Krepebach und weitere kleine Gewässer beeinflussen den Wasserhaushalt. Zusammen mit unterschiedlichen Böden und Höhenlagen schaffen sie Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten und verbinden benachbarte Biotope.
Jagd und Waldverjüngung
In den Revieren kommen Reh-, Schwarz- und Rotwild vor. Die Bejagung soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wildbestand und nachwachsenden Bäumen sichern.
Jagdmöglichkeiten werden über Begehungsscheine vergeben. Informationen zur Vergabe und Verfügbarkeit finden Sie im Beitrag Jagdgelegenheiten.
Bewirtschaftung nach PEFC-Standards

Unsere Wälder werden nach den PEFC-Standards bewirtschaftet. Dabei verbinden wir die Nutzung von Holz mit ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Anforderungen.
Zu den Schwerpunkten gehören:
- eine nachhaltige Nutzung der Holzvorräte,
- standortgerechte Mischbestände und vielfältige Lebensräume,
- der Schutz von Boden und Wasser,
- die Förderung der Artenvielfalt,
- soziale Standards und Arbeitsschutz,
- eine nachvollziehbare Herkunft des Holzes.
So sollen die Wälder auch für kommende Generationen als Lebensraum, Erholungsort und Rohstoffquelle erhalten bleiben.